Neuer Grappa-Krimi: spannend und locker geschrieben

Es ist schon sage und schreibe der 26. Grappa-Krimi von Gabriella Wollenhaupt, der da jetzt auf den Markt gekommen ist. Spannend, locker, witzig geschrieben, lässt er sich fast in einem Rutsch runterlesen, zumal man auch gerne wissen möchte, wer denn nun diesen Gutmenschen namens Martina Schrott umgebracht hat. Die Lektüre lohnt sich und bietet sich für einen lauen Sommerabend durchaus an, passt aber auch in die Winterzeit. Die ganze Rezension: http://www.revierpassagen.de/

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Macrons Erfolg ist zugleich eine große Bürde

Die Überraschung ist perfekt: In Frankreich gewinnt zunächst ein Kandidat die Präsidentschaftswahlen, der vor drei Jahren noch auf der politischen Bühne nahezu unbekannt war. Nun siegt auch noch gleich die vom ihm neu gegründete Partei, die aus seiner von ihm initierten Bewegung hervorgegangen ist. Das bisherige Establishment wurde mehr oder minder abgestraft. Man schaut schon reichlich verwundert ins Nachbarland und auf die dortigen Ereignisse. Dass es Macron gelungen ist, den Front Nationale zurückzudrängen, ist dabei wohl die wichtigste Nachricht, war doch die Sorge groß, Marine Le Pen würde das gelingen, was ihr Gegenkandidat bei den Wahlen ums höchste Amt im Staate jetzt geschafft hat. Doch über eines darf die Entwicklung nicht hinwegtäuschen: Die Gefahr, dass die Rechte in Frankreich demnächst doch noch Gewinne einfahren kann, ist nicht gebannt. Denn so groß der Erfolg für Macron, so groß sind auch die Erwartungen an ihn. Er und seine Partei stehen unter einem enormen Erfolgsdruck.

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Glückwunsch an den BVB

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(Fotos: Theo Körner)

Das hat sich der BVB verdient, endlich wieder ganz vorne zu sein. Auch wenn das Spiel nicht nur überzeugte und manchen Glanz vermissen ließ, war die Leistung am Ende aller Ehren wert. Die Borussia hat es geschafft, das Blatt noch einmal zu wenden. Also: Glückwunsch an den Verein, dessen Geschichte am Borsigplatz begann, der auch heute im Mittelpunkt der Feiern stand. Dicht umlagert war der Wagen der Spieler, Trainer und Vereinsoberen aber nicht nur im Dortmunder Norden, sondern auch auf dem Wall. Überall feierten Fans frenetisch ihre Fussballhelden.
Eines war übrigens immer wieder vernehmbar – laut und deutlich: Thomas Tuchel soll bleiben. So schwer kann es doch nicht sein – weder für Watzke, noch für Tuchel. Geht das wirklich nichts mehr?

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Geschichte(n) aus dem Ruhrgebiet

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Es ist ein Buch, das man als Leser nicht mehr aus der Hand geben möchte. Kein Thriller, kein Krimi, sondern Geschichten, die das Leben schrieb und schreibt und das alles aus dem Ruhrgebiet. Das Buch ist sehr empfehlenswert, geschrieben von Martin Becker.

https://www.revierpassagen.de/43263/vom-alltag-einer-arbeiterfamilie-zwischen-ruhrgebiet-und-sauerland-martin-beckers-roman-marschmusik/20170514_0941

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Der verlorene Strumpf gehört der Vergangenheit an

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Sehen ein bisschen aus wie Äpfelchen, aber sie haben ganz andere, ganz spezielle Aufgaben, mit denen man sich das Leben leichter machen kann. (Foto: Körner)

Es ist wahrscheinlich eine der letzten ungelösten Fragen der Menschheit und ein Problem von immenser Tragweite – im wahrsten Sinn des Wortes. Es geht um die Socke, die gern auch im Zusammenhang mit einer Anrede genommen wird: „Na, Du alte Socke“, wobei es hier aber um das Fußkleid geht, das, wie gleich zu zeigen sein wird, einen großen Nachteil hat: Es gibt es immer im Doppelpack, um den natürlichen, humanitären Anforderungen zu entsprechen. Nun ist das bei der ersten Ankleide eines neuen Paares völlig entspannt: Es sind zwei Teile vorhanden, für jeden der beiden körperlichen Stabilitätsfaktoren ein Exemplar. An dieser Stelle wird es nun ein bisschen delikat, denn solche Socken bleiben nicht in ihrem Urzustand, weniger, was die Form beginnt als vielmehr in Bezug auf solche Aspekte wie Sauberkeit und Geruch.

Also bleibt keine andere Wahl: Man trennt sich von ihnen nach gewisser Zeit, meist schon nach dem Gebrauch von einem Tag. Üblicherweise ist die Waschmaschine das Ziel, es soll auch schon Fälle gegeben haben, in denen die Socken zum Ausdünsten in den Wind gehangen wurden. Zurück zur Waschtrommel: Ihr wird gerne nachgesagt, sie überlebe nur dadurch, dass sie die Fußbekleidung regelrecht verspeise, wobei sie sehr genau darauf achte, immer nur ein Teil eines Paares zu nehmen. Dumm gelaufen, bleibt also nur eine Socke für zwei Füße übrig. Doch die Existenz von Strümpfen steht auch generell, Trommel hin oder her, unter keinem guten Stern. Sie finden einfach nicht den Weg zur Wäschetruhe oder zurück zum Träger auf zwei Beinen. Ein Exemplar bleibt gern auf der Strecke. Mitunter mutiert die eine Socke eines Duos auch derart, dass sie einfach nicht mehr zu dem Sparringspartner passt, der eigentlich für sie vorgesehen ist. Der Leidtragende ist am Ende der Mensch samt Fuß. Unser Sockenfreund sieht sich einem Berg an Einzelstücken gegenüber, wenig Zusammenhängendes darunter. Durch Zukauf weiterer Fußtextilien hat er zwar vorübergehend Ruhe, er kann sich nämlich wieder zwei gleicher Socken erfreuen, wenn aber alles einmal gebraucht wurde, dann fängt die Geschichte wieder vorne an. So war es schon lange Zeit.

Nun hat sich inzwischen die Welt gedreht und man muss nicht länger auf der Stelle treten, es gibt eine tragfähige Lösung, von kundigen Tüftlern und pfiffigen Zeitgenossen entwickelt. Das einzige, was es jetzt noch zu beachten gilt, dürfte eine lösbare Aufgabe sein: Man muss die Socken direkt nach dem Ausziehen noch einmal in die Hand nehmen und sie in eine Art Plastiklasche führen. Von nun an kann die Paare eigentlich nichts mehr trennen, selbst bei der Wäsche bleiben sie zusammen, können auch mit Halterung gemeinsam auf die Leine gehängt werden und gelangen auch – Paar für Paar – wieder in den Kleiderschrank bis zur nächsten Nutzung. Die Sockenhalter gibt’s im Übrigen in verschiedenen Farben – ganz zum Vorteil für Familien, in denen nun jedes Mitglied sich für eine Couleur entscheiden kann, um so auch „seine“ Wäsche zurückzubekommen. Am Ende lässt sich festhalten: Läuft bei Dir – im positiven Sinne.

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Variationen der Arbeitswelt

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Die Arbeit ist monoton, um nicht zu sagen stupide. Der Mann, der tagein, tagaus Metallstücke stempeln muss, um seine Brötchen zu verdienen, hat aber ganz offensichtlich sein Glück gefunden. Doch ein Happy-End bleibt bei dieser Geschichte von Artur Nickel aus, gerät doch der Beschäftigte selbst in den Strudel des Arbeitsplatzabbaus. Dass er nicht nur seinen Job, sondern auch seine Identität, sein Ich, verliert, gelingt dem Autor eindrucksvoll zu beschreiben, indem er den Leser an dem Wechselbad der Gefühle und zum Teil verstörender Gedanken des Betroffenen teilhaben lässt. Die Episode findet sich in dem Buch „Schichtwechsel“ wider, das die beiden Schriftsteller Heinrich Peuckmann und Gerd Puls herausgegeben haben. Der Band enthält elf „Erzählungen über Arbeit“, wie man es dem Untertitel entnehmen kann.

Dass man im Job schon mal an eigensinnige Menschen gerät, ist eine Erfahrung, die Jan Decker zu einer feinen Geschichte ausweitet und dabei menschliche Stärken und Schwächen zu Tage treten lässt. Apropos Schwäche: Josef Haslinger schreibt über amouröse Abenteuer, die die Tristesse der Arbeit doch ein wenig aufhübschen können, Titel: „Die Mittwochsgeliebte“. Ein verquere, aber dennoch amüsante Geschichte zu Lust und Leidenschaft, Protest und Polizei hat Matthias Biskupek zu Papier gebracht – mit klaren Worten, gern darf’s auch derb sein.

Wie sich die Arbeit und mit ihr auch die Gesellschaft gewandelt hat, darüber kann man Bücher schreiben. Alfred Behrens stellt – zum Teil in Vers ähnlicher Form die Erlebnisse seiner Kindheit und aktuelle Ergebnisse nebeneinander und kommt zu überraschenden Ideen. Braucht man nicht – angesichts von Digitalisierung und kpünstlicher Intelligenz einen neuen Gesellschaftsvertrag, so wie ihn einst Franklin D. Roosevelt mit dem New Deal für seine Zeit manifestierte? Welche Folgen die fortschreitende technische Entwicklung für den Menschen bereits hat und welche noch zu erwarten sind, stellt ein weites Feld dar, beim sich Christine Nagel auf die menschliche Stimme fokussiert und nachzeichnet, wie Sprache und Sprechen auch ohne homo sapiens sapiens auskommen.

Eine sehr menschliche Sicht auf die Berufstätigen prägt die Geschichte, die Heinrich Peuckmann beiträgt, befasst er sich doch mit den Sorgen einer alleinerziehenden Mutter, deren Sohn – im besten Pubertätsalter – über Stunden nicht per Handy erreichbar ist. Die Frau versucht es immer wieder, riskiert sogar, Stress mit Vorgesetzten zu bekommen, denn für den Arbeitgeber tätig sein und gleichzeitig privat telefonieren: Das passt nicht wirklich zusammen. Einem Widerspruch ganz anderer Art wendet sich Gerd Puls zu, der ein brisantes Thema aufgreift und ihm eine besondere Wendung gibt. Ob teure oder preiswerte Mode, die Artikel werden überwiegend von Menschen produziert, die zu einem Hungerlohn und dann noch unter katastrophalen Bedingungen schuften müssen. Wie aber verhalten sich diejenigen, die dort in Fernost und hier in Deutschland, für Arbeitnehmerrechte einstehen sollten, nämlich die Betriebsräte von Firmen? Das Ergebnis ist für heimische Arbeitnehmervertreter wahrlich kein Ruhmesblatt.

Der eingangs erwähnte Mitarbeiter hat seinen Job verloren, weil der Arbeitsplatz als überflüssig angesehen wurde. Karl-Otto Mühl beschreibt in seinem Beitrag die Ängste von Beschäftigten, deren Firma von Dritten übernommen wird. Solche Befürchtungen dürften Menschen in ähnlicher Lage sehr bekannt vorkommen. Von heute aus betrachtet eher ferne Welten beschreibt Hermann Schulz, der an die Zeiten des Bergbaus erinnert und Regula Venske stellt ein ungewöhnliches Duo vor, ein Professor und ein Handwerker, die sich aber mehr zu sagen haben als man zunächst vermuten könnte.

Heinrich Peuckmann, Gerd Puls (Hg): Schichtwechsel – Poetische Schlagwetter – Erzählungen über Arbeit, assoverlag Oberhausen, 182 Seiten, 9,90 Euro

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Herausforderungen für den Journalismus

Welche Zukunft hat der Journalismus, wie wird es mit den Medien weitergehen? Diese Fragen sind deshalb von besonderer Tragweite, weil der Zustand des Journalismus auch immer einen Indikator für den Zustand der Demokratie darstellt. Man nehme sich nur einmal die Weltkarte zur Pressefreiheit zur Hand, ermittelt von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ und es zeigt sich, dass dort, wo Journalisten drangsaliert, bedroht oder in Haft genommen werden, auch die Menschenrechte wenig Geltung haben. Die beiden Links verweisen auf Texte, in denen zum einen der Presseverein Ruhr sich mit Fake news und Qualitätsjournalismus befasst hat und zum anderen die  Jubiläumsschrift des Instituts für Zeitungsforschung aus Anlass des 90-jährigen Bestehens gewürdigt wird, mit der vor allem auch das Verhältnis von Print und Intenet justiert wird:

http://www.djv-ruhr.de/
https://www.revierpassagen.de/41825/haben-print-medien-zukunft-jubilaeumsschrift-des-dortmunder-instituts-fuer-zeitungsforschung-waegt-chancen-und-risiken/20170330_2128

zeitungsinstitut

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