Erinnerungen von Schriftstellerin Christa Wolf an die Wendezeit

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Vor 30 Jahren fiel die Mauer. Die Ereignisse von damals hat die renommierte Schriftstellerin in einem Interview 2008 mit dem Filmemacher und Publizisten Thomas Grimm Revue passieren lassen – im Beisein ihres Mannes Gerhard. Grimm hat die Gespräche neu aufbereitet und mit einer Reihe von Dokumenten erweitert. So ergibt sich ein sehr facettenreiches Bild jener Tage und Monate, in denen die deutsche Teilung ein Ende fand. Die Besprechung: https://www.revierpassagen.de/?s=wolf

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Ein erschütternder Briefwechsel

Der Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in der Gedenkstätte Auschwitz hat einmal mehr die immer wieder kehrende Frage aufkommen lassen: Wie war es möglich, dass ein solches Terrorregime entstehen konnte? Oder –  um es vielleicht noch einfacher zu sagen: Wie können Menschen anderen Menschen so etwas antun? Hannah Arendt spricht von der Banalität des Bösen und wahrscheinlich kommt sie den Ursachen, wenn man davon überhaupt sprechen kann, am nächsten. Das Buch „Adressat unbekannt“, das bereits 1938 erstmals erschien, gibt meines Erachtens eine ähnliche Antwort. Die amerikanische Autorin Kathrine Kressmann Taylor hat diesen Roman veröffentlicht, der einen Briefwechsel zwischen dem Deutschen Martin Schulse und dem amerikanischen Juden Max Eisenstein beinhaltet.

Beide betreiben zunächst eine Kunstgalerie in Kalifornien, als sich Schulse 1932 entschließt, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Schon nach kurzer Zeit schließt er sich den Nazis an und wird ein fanatischer Anhänger der Nationalsozialisten. Zu Max, mit dem er über intimste Fragen gesprochen hat, will er schon bald keinen Kontakt mehr haben und auch die Versuche von Max,  Martin in einer Art positiver Verstärkung aufzuzeigen, dass ein solcher Weg nicht zu ihm passt, zielen ins Leere. Es ist erschreckend zu erleben, wie sich Martin von Hitlers Ideologie vereinnahmen lässt. Er war keiner, wenn man heutige Begrifflichkeiten zugrunde legen wollte, der zu den „Angehängten“ zählte, was vielleicht noch verständlich machen würde, warum er plötzlich  ein Erstarken des Volkes – wozu er natürlich gehört – als notwendig erachtet. Dieser Martin brachte eine humanistische Bildung mit und ließ sich dennoch verführen. Wie aus dem Nichts hervorkommend, hat er plötzlich die Juden als Feindbild vor Augen – und spricht darüber auch ganz offen mit Max.

Das Buch rüttelt an Grundfesten, denn man würde es nach den ersten Seiten kaum für möglich halten, dass ein Martin eine solche Kehrtwende in seinem Leben vollzieht. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Als Max‘ Schwester von Nazi-Schergen in Deutschland ermordet wird, nachdem Martin ihr, mit der er einst liiert war, Schutz versagt hat, reagiert Max auf eine Weise, die Martin in arge Bedrängnis bringen.

Das Buch wurde 60 Jahre nach der Erstauflage nochmal veröffentlich – jetzt in Frankreich und Deutschland und wurde zum Bestseller.

Kathrine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt, Atlantik, 76 Seiten
aus dem Amerikanischen von Dorothee Böhm
mit einem Nachwort von Elke Heidenreich
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Der China Code: Schon vor 14 Jahren hat Frank Sieren die Zukunft vorausgesagt

In diesen Tagen wird wieder verstärkt über die Rolle Chinas in der Welt, über das Herrschaftssystem in Reich der Mitte und die Beziehungen zu Deutschland gesprochen. Als ausgewiesener Experte hat Frank Sieren bereits 2005 bereits das Buch „Der China Code“ vorgelegt und dabei einen doch recht neutralen Untertitel gewählt: „Wie das boomende Reich der Mitte Deutschland verändert“. In dem Band – und das bereits vor 14 Jahren – hat der Autor auf nahezu alle Gefahren hingewiesen, die auch weiterhin Bestand haben. Im vergangenen Jahr hat Sieren mit „Zukunft? China! Wie die neue Supermacht unser Leben, unsere Politik, unsere Wirtschaft verändert“ nachgelegt. Beide Bücher sind sehr zu empfehlen, wenn man über China spricht, denn der Autor zeigt Hintergründe auf und bietet Analysen. Möchte man sich noch weiter mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt befassen, dann bieten sich noch zwei weitere Bücher an:

Theo Sommer: China First. Die Welt auf dem Weg ins chinesische Jahrhundert. C. H. Beck, München 2019. 480 S., 26 €.

Kai Strittmatter: Die Neuerfindung der Diktatur. Wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert. Piper, München 2018. 288 S., 22 €.

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Auf Tour mit Ulli Engelbrecht in die 70er und 80er Jahre

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Für die e t w a s Älteren unter uns, bietet dieses Buch von Ulli Engelbrecht „Mir brennen die Schläfen“ eine gute Gelegenheit, mal wieder in die eigene Jugend abzutauchen. Denn er unternimmt einen Streifzug durch Rock und Pop der 70er und 80er Jahre. Klasse, flott und offen geschrieben. Während des Lesens fragt man sich nur manchmal, was  für ein Wandel  doch im Laufe der Zeit stattgefunden hat – und nicht nur weil es Facebook und Netflix gibt.

„Mir brennen die Schläfen“: Sound und Lebensgefühl der 70er und 80er Jahre – von Zappa bis zur ZDF-Hitparade

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Ein lesenswertes Buch über Demenz

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Der Autor David Wagner hat ein sehr lesenswertes Buch über Demenz geschrieben, es hat autobiographische Züge und nähert sich dem Thema auf eine sehr mitfühlende Weise. Die gesamte Besprechung ist hier zu finden:
https://www.revierpassagen.de/?s=wagner

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Kurz und knapp: Populisten nicht das Feld überlassen

Nachdem über einen längeren Zeitraum sich der Eindruck verstetigte, Rechtspopulisten erfahren ungehindert Zulauf oder können ungehindert agieren, gibt es doch inzwischen ganz deutlich Gegenbewegungen. Die Wahlen in Österreich mit herben Verlusten für die FPÖ sind da ein Beispiel. In Italien kam eine Regierung ohne einen Innenminister Salvini zustande. Wie stabil das neue Bündnis ist, wird sich noch zeigen müssen. In Großbritannien kann der Premier nun doch nicht ohne Weiteres und nach seinem Gusto das Parlament in eine Zwangspause schicken. Die Fragen nach dem Brexit und dem Brexit sind damit sicherlich nicht gelöst. In Amerika hat ein Verfahren zur Amtsenthebung des Präsidenten begonnen – mit einem offenen Ausgang. Die Entwicklungen zeigen einer gewissen Fragilität durchaus, dass demokratische Kräfte und Spielregeln zum Tragen kommen. Zugleich machen alle Beispiele aber deutlich, dass es enormer Anstrengungen bedarf, um Populisten nicht das Feld zu überlassen.

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Vorbilder: Autoren erzählen, warum und für wen sie sich entschieden haben

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Braucht man heute noch Vorbilder – und wenn ja, welche sollen es dann sein? Der Henselowsky Boschmann-Verlag hat über 30 Autoren aus dem Ruhrgebiet befragt und dabei ist eine interessente und spannende Sammlung von Personen herausgekommen. Alle weitere ist unter folgendem Link zu finden:

Charakterstärke und sonstige Vorzüge: „Vorbilderbuch“ mit anregenden Texten aus dem Ruhrgebiet

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