Der China Code: Schon vor 14 Jahren hat Frank Sieren die Zukunft vorausgesagt

In diesen Tagen wird wieder verstärkt über die Rolle Chinas in der Welt, über das Herrschaftssystem in Reich der Mitte und die Beziehungen zu Deutschland gesprochen. Als ausgewiesener Experte hat Frank Sieren bereits 2005 bereits das Buch „Der China Code“ vorgelegt und dabei einen doch recht neutralen Untertitel gewählt: „Wie das boomende Reich der Mitte Deutschland verändert“. In dem Band – und das bereits vor 14 Jahren – hat der Autor auf nahezu alle Gefahren hingewiesen, die auch weiterhin Bestand haben. Im vergangenen Jahr hat Sieren mit „Zukunft? China! Wie die neue Supermacht unser Leben, unsere Politik, unsere Wirtschaft verändert“ nachgelegt. Beide Bücher sind sehr zu empfehlen, wenn man über China spricht, denn der Autor zeigt Hintergründe auf und bietet Analysen. Möchte man sich noch weiter mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt befassen, dann bieten sich noch zwei weitere Bücher an:

Theo Sommer: China First. Die Welt auf dem Weg ins chinesische Jahrhundert. C. H. Beck, München 2019. 480 S., 26 €.

Kai Strittmatter: Die Neuerfindung der Diktatur. Wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert. Piper, München 2018. 288 S., 22 €.

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Auf Tour mit Ulli Engelbrecht in die 70er und 80er Jahre

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Für die e t w a s Älteren unter uns, bietet dieses Buch von Ulli Engelbrecht „Mir brennen die Schläfen“ eine gute Gelegenheit, mal wieder in die eigene Jugend abzutauchen. Denn er unternimmt einen Streifzug durch Rock und Pop der 70er und 80er Jahre. Klasse, flott und offen geschrieben. Während des Lesens fragt man sich nur manchmal, was  für ein Wandel  doch im Laufe der Zeit stattgefunden hat – und nicht nur weil es Facebook und Netflix gibt.

„Mir brennen die Schläfen“: Sound und Lebensgefühl der 70er und 80er Jahre – von Zappa bis zur ZDF-Hitparade

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Ein lesenswertes Buch über Demenz

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Der Autor David Wagner hat ein sehr lesenswertes Buch über Demenz geschrieben, es hat autobiographische Züge und nähert sich dem Thema auf eine sehr mitfühlende Weise. Die gesamte Besprechung ist hier zu finden:
https://www.revierpassagen.de/?s=wagner

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Kurz und knapp: Populisten nicht das Feld überlassen

Nachdem über einen längeren Zeitraum sich der Eindruck verstetigte, Rechtspopulisten erfahren ungehindert Zulauf oder können ungehindert agieren, gibt es doch inzwischen ganz deutlich Gegenbewegungen. Die Wahlen in Österreich mit herben Verlusten für die FPÖ sind da ein Beispiel. In Italien kam eine Regierung ohne einen Innenminister Salvini zustande. Wie stabil das neue Bündnis ist, wird sich noch zeigen müssen. In Großbritannien kann der Premier nun doch nicht ohne Weiteres und nach seinem Gusto das Parlament in eine Zwangspause schicken. Die Fragen nach dem Brexit und dem Brexit sind damit sicherlich nicht gelöst. In Amerika hat ein Verfahren zur Amtsenthebung des Präsidenten begonnen – mit einem offenen Ausgang. Die Entwicklungen zeigen einer gewissen Fragilität durchaus, dass demokratische Kräfte und Spielregeln zum Tragen kommen. Zugleich machen alle Beispiele aber deutlich, dass es enormer Anstrengungen bedarf, um Populisten nicht das Feld zu überlassen.

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Vorbilder: Autoren erzählen, warum und für wen sie sich entschieden haben

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Braucht man heute noch Vorbilder – und wenn ja, welche sollen es dann sein? Der Henselowsky Boschmann-Verlag hat über 30 Autoren aus dem Ruhrgebiet befragt und dabei ist eine interessente und spannende Sammlung von Personen herausgekommen. Alle weitere ist unter folgendem Link zu finden:

Charakterstärke und sonstige Vorzüge: „Vorbilderbuch“ mit anregenden Texten aus dem Ruhrgebiet

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Spannender historischer Roman über ein gefährliches Feuer

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In heutigen digitalen Zeiten kann man sich kaum noch ausmalen, als welches Wunderwerk die Menschen Im 16. Jahrhundert eine selbstspielende Orgel angesehen haben müssen. Es war seinerzeit der erfinderische Orgelbauer Thomas Dallam, der dieses Ausnahme-Instrument konstruierte. Besonderen großen Anklang fand es bei der damaligen Königin Elisabeth I. und schon sind wir bei dem Anfang von Dirk Husemanns neuem historischen Roman „Das schwarze Feuer von Byzanz“. Das Buch ist ein reines Lesevergnügen, denn die Geschichte oder besser gesagt die Geschichten und Episoden, die der Autor brillant erzählt, sind äußerst spannungsgeladen, mitunter regelrecht dramatisch. Das deutet sich schon mit dem Ansinnen der Herrscherin an, die auf die Idee kommt, dem türkischen Sultan Mehmed doch eine solche Orgel zu schenken. Nun sollen Dallam und Gefolge die Strapazen einer langen Schiffsreise aber nicht nur auf sich nehmen, um ein Präsent zu überbringen, es gilt, noch eine geheime Mission zu erfüllen. Das byzantinische Reich soll einmal über ein schwarzes Feuer verfügt haben, das eine ungemeine zerstörerische Kraft entfallen und selbst Wasser zum Brennen bringen konnte. Die Rezeptur für dieses Feuer soll Dallam ausfindig machen, wobei er ahnt, dass das Unterfangen doch recht schwierig werden könnte.
Nun muss Dallam schon bei der Überfahrt erkennen, dass er nicht nur Freunde in der Crew hat, andererseits aber auch Gäste darunter sind, die wie Pech und Schwefel zu ihm halten. Gefährliche Abenteuer, wie sie die Protagonisten in den bisherigen Romanen von Dirk Husemann zuhauf erleben, widerfahren auch zuhauf dem englischen Orgelbauer. Er ist nicht der einzige, der herausbekommen will, was es mit dem zerstörerischen Feuer auf sich hat.
Indem der Autor mit mehreren Handlungssträngen arbeitet und die Geschichte an verschiedenen Orten spielen lässt, sorgt er für reichlich, aber stets gut dosierte Abwechslung. Angesichts des lockeren und frischer Schreibstils möchte man das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Geschickt schafft es der Autor, die Handlung auf ein alles entscheidende Finale zulaufen zu lassen.
Was es nun mit dem schwarzen Feuer auf sich hatte? Das Geheimnis soll hier noch nicht gelüftet werden, aber so viel sei gesagt: Es warten viele überraschende Momente auf den Leser. Und wie in allen anderen Büchern auch, liefert Dirk Husemann am Ende des Buches eine Aufschlüsselung, was denn nun historisch verbrieft und was eher fiktiven Charakter hat. Spannend bleibt der Band bis zur letzten Zeile.

Dirk Husemann: Das schwarze Feuer von Byzanz, Bastei Lübbe, Taschenbuch, Historische Romane, 463 Seiten, 11 Euro

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Das Buch „Der Reisende“ ist eine literarische Wiederentdeckung

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Über dieses Buch ist viel zu wenig berichtet worden, dabei hätte der Band es verdient, dass auf ihn eingegangen wird. Schon vor mehr als einem Jahr erschien „Der Reisende“, geschrieben von Ulrich Alexander Boschwitz. Die erste Veröffentlichung liegt schon 80 Jahre zurück, bereits 1939 kam das Buch erstmals in England, später in den USA und Frankreich auf den Markt. Der Autor war da schon aus Deutschland geflohen, denn er entstammte einer Familie, die ursprünglich jüdischer Herkunft war. Als Boschwitz, der zwischenzeitlich in Paris studierte und sich in Belgien und Luxemburg aufhielt, von den Novemberpogromen in Deutschland erfuhr, schrieb er das Buch über die Romanfigur Otto Silbermann, der versucht sein Heimatland zu verlassen. „Wie im Fieberrausch“ habe er die Geschichte verfasst, heißt es im Nachwort von Peter Graf, dessen Verlag „Das Kulturelle Gedächtnis“ zum Schwerpunkt hat, vergessene Texte wieder neu zu entdecken. Boschwitz Nichte, die in Israel lebende Reuella Shachaf, hat lange Jahre dafür gekämpft, dass das Werk ihres Onkels auch auf Deutsch publik gemacht wird. Über die Zeitung Haaretz gelang es ihr, den Kontakt zu Peter Graf herzustellen. Ihr Engagement ist aller Ehren wert, denn die Erzählung zeigt eindrucksvoll auf, wie Menschen ausgegrenzt werden, wie ein Mann seines guten Rufes beraubt wird und in aller Verzweiflung versucht, sein Leben zu retten. Dabei verwendet Boschwitz keine Stereotype und beschreibt vielschichtige Charaktere. Zugleich lässt er auch Autobiographisches miteinfließen. Ralf Bönt, Rezensent der Wochenzeitung „Die Zeit“ empfiehlt in seiner Besprechung das Buch sogar als Schullektüre, schließlich sei es „schlank und konzentriert komponiert“. Bereits drei Jahre nach der Erstveröffentlichung starb Ulrich Alexander Boschwitz, als er sich an Bord der M.V: Abosso befindet und das Passagierschiff nordwestlich der Azoren von dem deutschen U-Boot U-575 torpediert wird. Der Autor wurde 23 Jahre alt.

Ullrich Alexander Boschwitz: Der Reisende, mit einem Nachwort von Peter Graf,
7. Druckaufl. 2019, 303 Seiten, 20 Euro

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