SPD vor Zerreißprobe? Das ganze Land ist betroffen

Heute nun will Martin Schulz in Dortmund für die Groko werben. Das dürfte kein einfaches Unterfangen sein, denn am Wochenende schon war deutlicher Gegenwind zu spüren. In der SPD mehren sich die Stimmen, die in den Ergebnissen der Sondierungsgespräche sozialdemokratisches Profil vermissen. Steuern und Bürgerversicherung sind nur zwei der Themen, die Anlass zu Mäkeleien bieten. Am Wochenende dann folgt der Parteitag, auf dem abgestimmt werden soll: Will, kann, soll die SPD in konkrete Koalitionsgespräche eintreten? Es wird ein schwieriger Spagat werden und dererlei Wortgebilde ließen sich noch mehr finden, um darzustellen, dass die SPD in den Verhandlungen bislang noch nicht das von vielen Mitgliedern gewünschte Maximum herausgeholt hat. Aber: Ein Parteimitglied aus dem Westfälischen hat es in einem Kurzinterview auf den Punkt gebracht. Die Partei habe nun mal auch nur 20 Prozent der Stimmen erzielt, das müsse man schlichtweg bedenken. Da kann sie wohl kaum das Regierungsprogramm zu 100 Prozent bestimmen wollen. Wäre also doch die Opposition die bessere Alternative gewesen? Auch darüber ließe sich lange fabulieren. Fakt ist: Jamaika ist geplatzt und das Land braucht eine neue Regierung. Wenn die Kritiker einer Koalitionsbeteiligung in den nächsten Tagen lauter werden und die Partei wirklich vor einer Zerreißprobe steht, kann es nicht nur für die SPD problematisch werden. Ein angeschlagener Koalitionspartner ist in einer Regierung keine sichere Bank. Sollten die Gegner einer Regierungsbeteiligung obsiegen, wird es noch schwieriger. Dann stünde das ganze Land vor einem Scherbenhaufen. Und es dürfte schwierig werden, die Gräben in der SPD wieder zu schließen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.