Der verlorene Strumpf gehört der Vergangenheit an

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Sehen ein bisschen aus wie Äpfelchen, aber sie haben ganz andere, ganz spezielle Aufgaben, mit denen man sich das Leben leichter machen kann. (Foto: Körner)

Es ist wahrscheinlich eine der letzten ungelösten Fragen der Menschheit und ein Problem von immenser Tragweite – im wahrsten Sinn des Wortes. Es geht um die Socke, die gern auch im Zusammenhang mit einer Anrede genommen wird: „Na, Du alte Socke“, wobei es hier aber um das Fußkleid geht, das, wie gleich zu zeigen sein wird, einen großen Nachteil hat: Es gibt es immer im Doppelpack, um den natürlichen, humanitären Anforderungen zu entsprechen. Nun ist das bei der ersten Ankleide eines neuen Paares völlig entspannt: Es sind zwei Teile vorhanden, für jeden der beiden körperlichen Stabilitätsfaktoren ein Exemplar. An dieser Stelle wird es nun ein bisschen delikat, denn solche Socken bleiben nicht in ihrem Urzustand, weniger, was die Form beginnt als vielmehr in Bezug auf solche Aspekte wie Sauberkeit und Geruch.

Also bleibt keine andere Wahl: Man trennt sich von ihnen nach gewisser Zeit, meist schon nach dem Gebrauch von einem Tag. Üblicherweise ist die Waschmaschine das Ziel, es soll auch schon Fälle gegeben haben, in denen die Socken zum Ausdünsten in den Wind gehangen wurden. Zurück zur Waschtrommel: Ihr wird gerne nachgesagt, sie überlebe nur dadurch, dass sie die Fußbekleidung regelrecht verspeise, wobei sie sehr genau darauf achte, immer nur ein Teil eines Paares zu nehmen. Dumm gelaufen, bleibt also nur eine Socke für zwei Füße übrig. Doch die Existenz von Strümpfen steht auch generell, Trommel hin oder her, unter keinem guten Stern. Sie finden einfach nicht den Weg zur Wäschetruhe oder zurück zum Träger auf zwei Beinen. Ein Exemplar bleibt gern auf der Strecke. Mitunter mutiert die eine Socke eines Duos auch derart, dass sie einfach nicht mehr zu dem Sparringspartner passt, der eigentlich für sie vorgesehen ist. Der Leidtragende ist am Ende der Mensch samt Fuß. Unser Sockenfreund sieht sich einem Berg an Einzelstücken gegenüber, wenig Zusammenhängendes darunter. Durch Zukauf weiterer Fußtextilien hat er zwar vorübergehend Ruhe, er kann sich nämlich wieder zwei gleicher Socken erfreuen, wenn aber alles einmal gebraucht wurde, dann fängt die Geschichte wieder vorne an. So war es schon lange Zeit.

Nun hat sich inzwischen die Welt gedreht und man muss nicht länger auf der Stelle treten, es gibt eine tragfähige Lösung, von kundigen Tüftlern und pfiffigen Zeitgenossen entwickelt. Das einzige, was es jetzt noch zu beachten gilt, dürfte eine lösbare Aufgabe sein: Man muss die Socken direkt nach dem Ausziehen noch einmal in die Hand nehmen und sie in eine Art Plastiklasche führen. Von nun an kann die Paare eigentlich nichts mehr trennen, selbst bei der Wäsche bleiben sie zusammen, können auch mit Halterung gemeinsam auf die Leine gehängt werden und gelangen auch – Paar für Paar – wieder in den Kleiderschrank bis zur nächsten Nutzung. Die Sockenhalter gibt’s im Übrigen in verschiedenen Farben – ganz zum Vorteil für Familien, in denen nun jedes Mitglied sich für eine Couleur entscheiden kann, um so auch „seine“ Wäsche zurückzubekommen. Am Ende lässt sich festhalten: Läuft bei Dir – im positiven Sinne.

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