Bei Krawallen während EM die Kausalitäten nicht verwechseln

Fast wäre man ja angesichts der Krawalle am Ende der Begegnung England-Russland bei der EM in Frankreich geneigt zu formulieren, der Fußball zeigt sein hässliches Gesicht. Doch das wäre sachlich fragwürdig oder auch komplett falsch. Denn es waren Fangruppen, die für die Gewalt verantwortlich sind. Und selbst beim Begriff „Fan“ gerät man ins Stocken. Kann man Leute, die nur auf Krawall gebürstet sind, wirklich als Fans oder Anhänger bezeichnen? Sie haben nichts anderes im Sinn, als Unfrieden zu verbreiten und denen, die ein paar schöne Stunden erleben wollen, eben diese Gelegenheit zu nehmen. Darüber hinaus sorgen sie auch dafür, dass der Ruf eines sportlichen Wettbewerbs Schaden zu nehmen droht. Sicherlich wird in den nächsten Tagen diskutiert, ob diese Ausschreitungen nicht vorhersehbar gewesen wären und wie sie hätten verhindert werden können. Bei solchen Debatten sollten aber folgende Punkte beachtet werden:
– Mag durchaus sein, dass ein gewisses Gewaltpotenzial hätte einberechnet  werden können, damit die Polizei strategisch besser aufgestellt gewesen wäre . Doch Übergriffe hierzulande, wie es Attacken auf Busse von Fußballfans in der Vergangenheit gezeigt haben, machen überaus deutlich,  wie unkalkulierbar am Ende doch gewaltbereite Täter wirklich sind.
– Bei der Frage nach der Verantwortung für die Übergriffe sollten die Kausalitäten nicht vertauscht oder verwechselt werden. Selbst wenn die französische Polizei zu leichtfertig mit der Sicherheit der Zuschauer umgegangen sein sollte, gingen die Angriffe von bestimmten Fangruppen aus.
– Aus den Vorfällen darf keinesfalls politisches Kapital geschlagen werden, sei es in Hinsicht zur Zukunft der EU oder dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen. Hier sind Chaoten am Werk, die man am besten ins Flugzeug oder in den Zug setzt und nach Hause schickt.

Bei der Berichterstattung über die aktuelle EM wäre es im Übrigen gut, wenn an den Cup  vor vier Jahren stärker erinnert würde. Damals waren Polen und Ukraine die Gastgeberländer. Von den ukrainischen Stadien sind aufgrund des Krieges längst nicht mehr alle nutzbar.

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