Engagement für Pressefreiheit tut Not

In den vergangenen 15 Jahren haben die Tageszeitungen in Nordrhein-Westfalen ein Drittel ihrer Auflagenzahlen eingebüßt. Das geht aus dem aktuellen Medienkonzentrationsbericht der Landesanstalt für Medien hervor. Die Verlage verkaufen rund 1,5 Millionen Exemplare weniger als noch zu Beginn des Jahrtausends. Auf diese Zahlen wies der Landesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes in NRW, Frank Stach, beim Gewerkschaftstag in Münster am zurückliegenden Wochenende hin. Dieser Rückgang hat erhebliche Konsequenzen gehabt und hat sie immer noch, wobei der Prozess der Konzentration weiter anhält. Es sind nicht nur Hunderte von Redakteursstellen gestrichen worden, sondern auch eine große Zahl von freien Journalisten kann nicht mehr so weiterarbeiten wie früher oder muss die Tätigkeit vollkommen aufgeben, weil die Erträge schlichtweg unwirtschaftlich sind. Ferner bedeutet eine Reduzierung von Redaktionen auch einen Rückgang in Sachen Meinungsvielfalt.

Diese Entwicklung kommt aber nun mal genau zu einer Zeit, in der der Journalismus Vorwürfen ausgesetzt ist, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nur selten gegeben hat. Die vierte Gewalt im Staat wird auf massive Art und Weise diskreditiert, verspottet und beschimpft. Sicherlich beteiligen sich nicht alle Gruppen an solchen Kampagnen, aber viel zu selten wird eigentlich betont, wie wichtig Meinungs- und Pressefreiheit für eine Demokratie sind. Dass der Journalismus derart bedrängt wird und Journalisten nicht nur verbal, sondern auch körperlich attackiert werden, ist auch an der Organisation Reporter ohne Grenzen nicht unbemerkt vorbeigegangen. Sie hat Deutschland in Sachen Pressefreiheit um vier Punkte herabgesetzt.

Es ist eigentlich dringend geboten, dass sich die Verlage und Journalistenverbände an einen Tisch sitzen, um gemeinsam zu überlegen, wie man den Anfeindungen begegnen will. Die Rundfunksender sollte man in solche Gespräche einbeziehen, damit wirklich alle Beteiligten eingebunden werden. Klare Positionen sind gefragt, um ein Grundrecht zu verteidigen.

https://www.djv-nrw.de/startseite/info/aktuell/online-meldungen/details/article/meinungsvielfalt-geht-in-nrw-den-bach-runter.html

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