Flüchtlinge: Eine schwierige, aber zu meisterende Aufgabe

Nun ist zwar der Tag 1 nach dem 25-Jährigen der Deutschen Einheit, aber sicherlich ist es noch passend, einmal auf das Jubiläum einzugehen. Gefeiert wurde also das Ende des Eisernen Vorhanges vor einem Vierteljahrhundert. In einem Dortmunder Museum gab es am Samstag einen Vortrag, der den interessanten Titel trug: „Von der Schönheit der Eisenkonstruktion.“ Natürlich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun, aber ebenso natürlich stellt sich ja die Frage, wie steht Deutschland eigentlich heute da?

Spannenderweise haben wir es gerade mit der Flüchtlingsfrage zu tun, die damals ein wesentlicher Katalysator zum Fall der Mauer war. Die Menschen wollten in ihrem Osten nicht mehr leben, die Gründe sind hinlänglich bekannt, sowohl politisch als auch wirtschaftlich mochten sie dieses Staatsgebilde mehr akzeptieren und alsbald begehrten auch die Bürger anderer Ostblockstaaten auf, wenn es sie nicht schon längst getan hatten. Diejenigen, die damals in die Prager Botschaft flüchteten, taten dies wohl nicht angesichts eines Krieges oder ständigen Bombardements, die die Menschen aus Syrien und dem Irak veranlassen, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. Die DDR-Flüchtlinge hatten einfach genug von der Unterdrückung, der Misswirtschaft und den fehlenden Freiheiten.

Damals gab es große Skepsis, ob Deutschland diesen Einigungsprozess meistern kann, zu unterschiedlich seien die Systeme, zu riesig die Kluft zwischen den beiden Teilen des sich nun vereinigenden Landes, hieß es. Liest man nun in diesen Tagen die Bilanzen zum Jubiläum, dann hat, so schwer es auch einem fallen mag, das zu akzeptieren, Altkanzler doch Recht behalten mit seinen blühenden Landschaften. Warum also soll es nicht gelingen, die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten bei uns zu integrieren oder auch Menschen, die aus anderen Teilen dieser Welt nach Deutschland kommen, weil sie Angst um ihr Leben haben?

Natürlich werden auch diese Flüchtlinge Schwierigkeiten mitbringen und man wird hinschauen müssen, welche politischen, religiösen oder auch andere ideologische Überzeugungen sie haben und ob sie sich an die demokratischen Grundregeln hierzulande halten. Doch aus einer hypothetischen Sorge, das könnte schiefgehen, darf man eine solche Aufgabe nicht verweigern. Es ist eine Kraftanstrengung für die gesamte Gesellschaft. Aber vielleicht sollten wir nicht vergessen, dass es auch Zeiten in Deutschland gab, in denen Menschen vor Krieg und Terror und aus Angst vor Verfolgung abgehauen sind – und froh waren, in einem anderen Land aufgenommen zu werden. Der 2. Weltkrieg ist vor 70 Jahren zu Ende gegangen.

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