Die Geschichte der Hugenotten in ihrer ganzen Vielschichtigkeit

„Onkel, heute jagen wir dich und Tante zum Teufel! Weil ihr immer so verstockt war“. Das Zitat stammt von Neffen des Seidenhändlers Pierre Feret. Der Junge ermordete seine Angehörigen anschließend auf brutale Weise. Es war die Bartholomäusnacht in Paris im Jahr 1572, als auch Verwandtschaftsverhältnisse die Menschen nicht vor dem Tod und Gewaltexzessen schützten. Die genaue Zahl der Opfer ist nicht bekannt, in Orleans allein sollen es 1000 gewesen sein, in ganz Frankreich während der Nacht und den Wochen danach zwischen 4000 bis 30000. Wieso es zu den grausamen Ausschreitungen  kam, was die Pogrome gegen die französischen Protestanten im vorrevolutionären Frankeich hervorrief, das wird in der neuen Ausgabe der Zeitschrift G/Geschichte eingehend betrachtet. Wie es ihnen unter verschiedenen Herrschern erging und wie sie mit ihnen umgingen, wird in der ganzen Vielschichtigkeit sehr anschaulich dargestellt. Doch da die Hugenotten angesichts der Verfolgung in Scharen aus ihrer Heimat flohen, widmet sich die Ausgabe auch ihrem Leben in anderen Ländern und wie sie das weitere historische Geschehen bestimmt haben. Um die Bedeutung mit einer Zahl zu verdeutlichen: In Berlin soll um 1700 jeder fünfte ein Hugenotte gewesen sein. Darüber hinaus erfolgt eine Einordnung, inwieweit man eigentlich zu damaliger Zeit bereits von einer Integration in die Gesellschaft sprechen kann.

Ferner hat das Heft eine Menge an spannenden Themen zu bieten. Da wird auf die Schlacht von Waterloo vor 200 Jahren geschaut, der Leser wird zum einen auf einen Besuch in den Nürnberger historischen Kunstbunker mitgenommen, zum anderen auf eine Besichtigung des Jüdischen Museums in Berlin. Neben Hinweisen auf diverse Ausstellungen (z.B. Frühmittelalter im Essener Ruhr Museum), bekommt er auch richtig Scharfes serviert, eine prägnante Geschichte des Senfs. Welch heißes Leben der römische Kaiser Elagabal geführt hat, aber auch sein grausames Schicksal beleuchtet ein weiterer Artikel unter dem Titel „Der Kaiser, der Jupiter absetzte“. Weitere Infos: http://www.g-geschichte.de/

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