Diskurs über Zivilcourage erforderlich

In Hannover hat zum vergangenen Wochenende hin ein 21-Jähriger seine Zivilcourage mit dem Leben bezahlt. Das Ereignis erinnert an den Tod von Tugce. In der niedersächsischen Landeshauptstadt war der junge Mann eingeschritten, als am Donnerstag vergangener Woche ein Unbekannter die Kassiererin eines Supermarktes mit einer Waffe bedroht und Geld gefordert hatte. Im Verlauf des Handgemenges fiel der tödliche Schuss. Die Ermittlungen der Polizei dauern weiter an. Innerhalb weniger Tage ist es nun ein zweites Mal geschehen, dass Außenstehende sich nicht nur eingemischt, sondern im Einsatz für andere Menschen das höchste Risiko eingegangen sind. Höchsten Respekt verdient ein solches Verhalten. Dass die beiden Helfer, Tugce und der junge Mann aus Hannover, getötet wurden, ist unfassbar. Daher stellt sich natürlich Frage, welche Signalwirkung diese Ereignisse haben werden. Denn an Zivilcourage mangelt es nämlich bei näherer Betrachtung in unserer heutigen Gesellschaft. Viele Menschen schauen lieber weg als hin. So geschehen immer wieder Verbrechen auf offener Straße, ohne dass den Opfern Hilfe zuteil wird. Darüber wird zu Recht sehr häufig Klage geführt. Die Vorfälle aus Offenbach und Hannover lassen befürchten, dass die Bereitschaft, sich für Andere in den Weg zu stellen, und Menschen zu beschützen, eher sinken wird. Müsste nicht deshalb ein öffentlicher Diskurs geführt werden, wie wichtig Zivilcourage nach wie vor ist und wie diejenigen, die sich einsetzen, ihr Risiko minimieren können? Angesichts der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten, die sich in unserer heutigen Informationsgesellschaft bieten, sollte es eigentlich kein Problem darstellen, eine solche Debatte in Gang zu setzen.

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