Die Tiermafia hat zugeschlagen – Ein spannender Krimi von Heinrich Peuckmann

Er hat es wieder getan. Doch einem solchen Wiederholungstäter sind die Sympathien sicher, in Zeiten von Facebook zeigen die Daumen nach oben. Heinrich Peuckmann hat mit Angonoka einen neuen spannenden Krimi geschrieben, dessen Sujet aber eher ungewöhnlichen Charakter hat. Der frühere Gymnasiallehrer befasst sich mit den Machenschaften der Tiermafia, die vor nichts zurückschreckt. Menschenleben zählen da wenig.

Stoff genug für eine Handlung, die zunächst einmal nicht den Anschein erweckt, als würde es hier um den Handel mit Tieren gehen. Die Dortmunder Polizei findet eine Leiche und entdeckt in deren Nähe eine Schildkröte. Dass beide Funde miteinander in Beziehung stehen können, kommt den Beamten nicht in den Sinn, auch nicht dem pensionierten Polizeikommissar Bernhard Völkel dem die früheren Kollegen die Schildkröte schenken, schließlich hatte er doch früher schon immer ein Herz für Tiere. Völkel denkt sich auch nichts weiter dabei, ist ohnehin kein ausgewiesener Zoologe. Erst ein Gespräch mit seinem Sohn lässt ihn aufhorchen, muss er doch im Laufe der dann einsetzenden Recherchen feststellen, dass es sich nicht um irgendeine Schildkröte, sondern die seltene Art der Angonoka handelt, die eigentlich auf der Insel Madagaskar zuhause ist und einen Wert von 50000 Dollar hat, je Exemplar. Je mehr sich der Kommissar mit den Hintergründen befasst, desto stärker wird ihm deutlich, dass es Tier und Mord irgendwie in Beziehung stehen müssen.

Bei seinen Recherchen hat Peuckman, wie er bei der Vorstellung des Buches im Dortmunder Zoo sagte, wichtige Unterstützung von Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter erhalten. Der Experte kommt auch selbst in dem Buch vor, worüber „ich mich sehr freue“, wie er bekannte. In fachlichen Fragen stand er dem Kamener Autor zur Seite und findet das gesamte Werk „sehr gelungen“. Wie Brandstätter weiter berichtete ist sein Wissen immer wieder gefragt, wenn beispielsweise der Zoll auf seltene Tierarten stößt, deren Zu- und Einordnung den Beamten schwer fällt.

Die Orte des Kriminalromans liegen überwiegend in Dortmund, unter anderem im Ortsteil Kurl, aber auch in der Innenstadt und der Nordstadt. Autobiographisches schimmert bei der Wahl der Örtlichkeiten durch, wie Peuckmann erklärt. Die Idee zu dem Roman sei während der Leipziger Buchmesse im vergangenen Jahr im Kontakt mit seinem Verleger entstanden, habe dann aber durch persönliche Erlebnisse eine zusätzliche Dynamik erfahren. Schließlich habe er neben Deutsch auch evangelische Theologie unterrichtet, sagt der 64-Jährige. Deshalb empfinde er eine besondere Verantwortung für die Schöpfung und wünsche sich eine Tierethik, um den Wert aller Lebewesen hervorheben. Es gibt nicht nur eine Passage in dem Buch, die das sehr deutlich werden lässt.

Apropos: Ein bisschen schlitzohrig erweist sich Peuckmann, als er am Rande der Bande auf die Dortmunder Medienlandschaft zu sprechen kommt. Mit keinem Wort wird der Name einer Redaktion erwähnt, aber jeder Kenner der Szene weiß, welche Zeitung gemeint ist, die der Kommissar vermisst. Welche Verbindung übrigens zwischen diesen Vorgängen und dem Unglück des Touristenschiffs vor der italienischen Küste besteht, darauf gibt das Buch eine ganz spezielle Antwort.

Heinrich Peuckmann: Angonoka, Lychatz Verlag 237 Seiten, 9,95 EuroDSC_0305
Dr. Frank Brandstätter und Heinrich Peuckmann bei der Buchpräsentation im Dortmunder Zoo. Foto: Theo Körner

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