Ein beeindruckender Abend mit modernem afrikanischen Tanz

Mit seinem Auftakt hat das fünfte Afro Ruhr Festival Maßstäbe gesetzt und Ungewöhnliches geboten. Modernen Tanz bekamen die Zuschauer am Sonntagabend im Dortmunder Depot zu sehen, überzeugend dargeboten von Koffi Kôkô und Kettly Noël. Wer gemeint hatte, er würde traditionellen afrikanischen Tanz sehen, der musste sich eines Besseren belehren lassen. Der aus Benin stammende Tänzer und die in Mali wirkende Tänzerin wussten mit einer ausdrucksstarken Performance zu beeindrucken. Über eine Stunde lang gehörte ihnen die Bühne, lediglich Trompeter und Komponist Udo Moll begleitete die beiden Akteure. Kôkô und Noël. beherrschten die Bühne, ja letztlich den gesamten Saal. Dazu benötigten die beiden Darsteller kein riesiges Equipment, sie allein bestimmten das Geschehen. Zwei Sitzgelegenheiten, ein paar Strahler und ab und an Bilder im Hintergrund: Das schon reichte an Requisiten und diese Beschränkung lenkte denn auch den Blick auf das Wesentliche: das Tanzduett.

Die Aufführung selbst bot Raum für Interpretation, wobei die Deutung auch wiederum gar nicht so viel Spielraum zuließ. Die Nähe und Ferne in einer Paarbeziehung, die Entwicklung, die die beiden erleben, Frust, Wut, Angst und Freude, kurzum die Gefühlswelt, die Mann und Frau im gemeinsamen Miteinander zu spüren bekommen, spiegelte der Tanz wider. Die tänzerische Leistung war äußerst gelungen und forderte von beiden Akteuren ein hohes Maß an Konzentration und körperlicher Leistungsstärke. Es bedurfte keiner Worte, der Tanz sprach für sich.

Die Aufführung mit dem Titel „Un Tango avec le Baron“bewies einmal mehr, dass Tanztheater auch in unseren Breiten völlig zu Unrecht viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Sicherlich: Man muss sich darauf einlassen, aber, wer das einmal getan hat, der wird Freude an dieser Form der Kunst finden.

Wie geht das Afro-Festival weiter? Dazu Auszüge aus der Pressemitteilung des Veranstalters, dem Verein Africa Positive:

Im Dortmunder Kino im U wird am 24., 25. und am 27. April jeweils ein aktueller afrikanischer Kinofilm gezeigt. Es beginnt mit „All is well“, es folgt „La Piroque“ und endet mit „Zanzibar Soccer Queen).

Am 6. Mai wird unter Leitung der aus Kamerun stammenden Ärztin Dr. Susan E. Aweh in der Auslandesgesellschaft NRW über die Bedeutung der Frauen Afrikas als Motor der Entwicklung diskutiert.

Am Freitag, 9. Mai, ab 16:00 Uhr startet das lange Festivalwochenende im Dietrich- Keuning- Haus mit einem bunten Afrika-Basar und Workshops.

Zum Auftaktabend heizt eine Crew internationaler DJs den Dancefloor mit Afrobeats und internationalen Sounds kräftig ein. Es darf in die Nacht hinein getanzt werden!

Am Samstag, den 10. Mai, entführen ab 12 Uhr unter anderem die Band Debademba aus Burkina Faso/Mali sowie die kapverdische Sängerin Neuza und die Reggae Band Black Prophet aus Ghana die Besucher in die musikalische Vielfalt Afrikas.

Am Sonntag, den 11. Mai liefern die Live-Acts von Gasandji aus dem Kongo den musikalischen Höhepunkt. Mit ihrer jazz-souligen Stimme und ihrer starken Performance wird das Publikum hingerissen.

Neben den musikalischen Live-Acts bietet das lange Festivalwochenende wieder zahlreiche Aktionen für die ganze Familie und kulinarischen Leckerbissen.An alle Tagen ist für jeden Geschmack etwas dabei:

Es gibt einen bunten Afrika-Basar, Autorenlesungen, Workshops, Infostände, eine Kunstmeile, leckere kulinarische Spezialitäten aus Gambia, Ghana, Marokko und weiteren Ländern West- und Ostafrikas.

Den Abschluss des Rahmenprogramms des 5. Afro Ruhr Festivals bildet die Ausstellung „Abstraktion“ des Künstlers Toks Adunola, die am 01.06. eröffnet wird und bis zum 22.06. im Torhaus Rombergpark zu besuchen ist.

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