Wertvolle Impulse für die Nachhaltigkeit

Es sind bei Tagungen und Kongressen schon mal eher die Randbemerkungen, in denen die eigentlichen Impulse stecken. Als Teilnehmer der Zentralveranstaltung der Evangelischen Kirche von Westfalen am Wochenende in  Haus Villigst war es für mich die Überlegung, was denn Produkte, vom Pkw bis zum Kakaopulver, kosten müssten, wenn man alle anfallenden Ausgaben einbeziehen würde, beispielsweise auch die Folgekosten, die sich durch die Emission der sogenannten Treibhausgase ergeben. Sicherlich fällt einem beim Angebot besonders billiger Blumen oder extrem preiswerten Fleisches auf, dass die Erzeuger  – am Ende der Kette – kaum noch etwas mitbekommen. Der Gedankenanstoß in der Arbeitsgruppe, die sich mit der internationalen Verantwortung mit Blick auf die Rohstoffpolitik befasste, lenkte den Blick aber eher noch in eine andere Richtung: Wie teuer würde es denn für uns, wenn auch alle „Nebenkosten“ einbezogen würden? Das würde wohl den internationalen Handel komplett auf den Kopf stellen, aber soweit sind wir, ist man noch nicht.

Die Tagung selbst, die sich mit nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzte und nach Wegen in eine ökologisch und sozial gerechte Zukunft suchte, war vielschichtig und vielfältig, zudem hochkarätig besetzt. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nutzte die Gelegenheit, ihre Politik ins rechte Licht zu rücken: Sie wolle Kohle und erneuerbare Energien, sei keineswegs eine Vertreterin, die nur auf den Bergbau setze. Dass die Energiewende noch manche Fallstricke birgt, war aus ihren Worten herauszuhören. Was, beispielsweise, passiert, wenn sich im Planungen für zusätzliche Stromtrassen sich im Geflecht der Genehmigungsverfahren verfangen?

Dem früheren Umweltminister Klaus Töpfer zu lauschen, war, ob man ihn nun inhaltlich unterstützt oder nicht, ein Genuss, da er rhetorisch nun mal sehr versiert ist und sich darzustellen versteht. Seine Aussagen zur Nachhaltigkeit waren ebenso wie die von NRW-Umweltminister Remmel bemerkenswert. Sicherlich haben beide das Rad nicht neu erfunden, aber vor den 300 Gästen sehr deutlich herauszustreichen, dass die jetzige Generation, wenn sie nicht die Richtung ändert, die nachfolgenden Generationen ihre Zukunft beraubt oder zumindest die Entwicklungschancen einschränkt, waren deutliche Worte. Was heißt es aber, wenn nun Klimaschutzziele eingehalten, Rohstoffausbeutung verhindert und Energie umweltfreundlicher erzeugt werden soll für unseren Alltag? Darüber wurde in verschiedenen Arbeitsgruppen debattiert, beispielsweise über das Verhalten von Kunden an der Ladentheke gesprochen. Unternehmen viel stärker in die Pflicht zu nehmen, um den Rohstoffverbrauch zu vermindern, war ein spannender Ansatz, der nicht untergehen sollte.

Dass sich die Landeskirche in das Thema Nachhaltigkeit einmischt, erschien angesichts der Umfrage, die Präses Annette Kurschus eingangs erwähnte, in ganz besonderem Licht. Die Umfrage, die die Evangelische Kirche in Deutschland in Auftrag gegeben hatte, ergab, dass ein Großteil der Befragten die Kirche mit eben solchen Fragen wie Umwelt, Frieden oder Zukunft nicht mehr in Verbindung bringt.

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