Ohne Dinos ist das Leben trauriger – Warum der HSV nicht absteigen darf

Diejenigen, die mich besser kennen, werden es wissen. Andere mögen überrascht sein: Ich bin Fan des HSV und das seit frühester Jugend. Wie es zu dieser Beziehung kam, hat einen einfachen Grund: Ich fand damals, irgendwann Mitte der 70er, die Jungs spielten einfach toll. Doch jetzt scheint man in einem Tollhaus angekommen zu sein. Bert van Marwijk jagt man wieder vom Platz. Mirco Slomka soll’s jetzt richten. Mal schauen, was wird. So locker, wie heute ein  Fan bei RTL sich äußerte, würde mir ein Abstieg nicht fallen. Als die Rothosen gestern untergingen, da musste ich doch mächtig schlucken. Was ist da nur los, frage ich mich nicht allein. Marwijk hat sicherlich nicht ohne Grund nach dem zweiten oder dritten Spiel unter seiner Regie gesagt, dass die Elf auch auf dem Feld das tun muss, was man vorher eintrainiert hat. So wie sich die Elf präsentiert hat, da gibt es nur zwei Alternativen der Deutung: Entweder sie können es wirklich nicht, sind ungeeignet, als Team nicht miteinander kombinierbar oder die Spieler sind einfach vollkommen von der Rolle, haben jedes Selbstvertrauen verloren. Ehrlich gesagt, wenn man meinen Club auch als Schießbude der Liga bezeichnen würde, dann würde ich mich auch lieber in ein Erdloch verkriechen. Letztlich darf man auch nicht vergessen, dass es in den vergangenen Jahren viel Unruhe gab im Verein, Knatsch im Vorstand, ein fehlendes gemeinsames Auftreten. Da war es schon Labsal, als nach der Begegnung mit den Bayern der Vorstandschef zur Mannschaft kam und somit Rückhalt demonstrierte. Am nächsten Wochenende trifft der HSV nun auf die Borussen. Da wird mir ganz bang‘. Hoffentlich wird es kein Waterloo, aber das war ja schon eigentlich am vergangenen Wochenende.

Mirco Slomka ist als gebürtiger Hildesheimer ein Nordlicht, hat seinerzeit Hannover 96 aus dem Tal der Tränen herausgeführt und hat vor allem mit seinem Engagement gegen Rassismus Charakter bewiesen. So wichtig dieses auch alles sein mag, jetzt zählen nur Tore und Punkte. Die müssen die Spieler machen. Slomka kann nur die Wege bahnen. Schön wäre es, wenn es ihm wie Lucien Favre mit Mönchengladbach einst gelänge, in quasi letzter Minute den Verein vor dem Abgrund zu retten. In Hannover hat es Slomka aber eigentlich auch schon geschafft.

Der HSV wird gern als Bundesliga-Dino tituliert. Irgendwann sind die Dinosaurier in der Erdgeschichte ausgestorben, aber sie hatten auch eine lange Existenz. Nur der HSV!

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