Verhaltene Freude nach Putins Worten

Da zeigt sich nun Wladimir Putin gnädig und lässt den Oligarchen Michail Chordorkowski frei und auch zwei Sängerinnen von Pussy Riots. Geschickt getacktet, kurz vor dem Fest, verpasst er sich selbst das Bild eines Gutmenschen. Doch so sehr sich diejenigen, denen die Amnestie zu gute kommt, freuen können, zeigt es auch, zeigen sich in dem Verhalten des russisches Präsidenten durchaus zaristische Züge. Wenn es ihm beliebt, dann erlangen die einen die Freiheit, die anderen müssen Gefangenenlager fürchten. Es hat durchaus den Anschein, als wolle sich Putin nun ein besseres Image verschaffen, nachdem ihm reihenweise die großen  Namen zur Eröffnung der Winterspiele einen Korb gegeben haben. Da wird er wohl mit seinen PR-Beratern eine Strategie  ausgeheckt haben, die von den fragwürdigen Zuständen im russischen Reich ablenken. Denn letztlich werden mit den Amnestierungen keineswegs die Verordnungen gegen Homosexualität aufgehoben, noch wird die Medienvielfalt gefördert oder der Satz des Mannes gelebt, der in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden wäre. „Mehr Demokratie wagen“ hatte Willy Brandt einst verkündet. Einer seiner späteren Nachfolger sah allerdings in Putin einen lupenreinen Demokraten. Es war allerdings auch die Zeit, als der Westen nach den Jelzin-Jahren auf den alert auftretenden recht jungen Machthaber setzte und dieser den Anschein erweckte, als sei ihm wirklich an einem demokratischen Gemeinwesen gelegen. In der Welt des Wladimir Putin mag dieses auch erstanden sein, von außen  betrachtet bleiben Zweifel – auch oder trotz der heutigen Entscheidungen.

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