Braunkohle: Das Thema elektrisiert

Braucht man noch Braunkohletagebau oder nicht? Streng juristisch betrachtet hatten die Verfassungsrichter darüber zwar nicht zu entscheiden, aber die Frage stand zweifellos im Raum. Das Gericht hat die Signale auf Vorfahrt für die Braunkohle gesetzt, keine planungsrechtlichen Fehler entdecken können, bis auf einen: Im Fall einer Wiese hätten die Behörden nicht ausreichend genug geprüft und abgewogen, um es mal verkürzt zu sagen. Dumm nur: diese Wiese ist schon längst weggebaggert. Ein Schelm, der Böses dabei denkt oder „Honi soit qui mal y pense“, wie der Franzose zu sagen pflegt.
Lagen die Richter aber nun mit ihrer Entscheidung richtig? Braucht das Land die Braunkohle noch, vor allem in drei, vier oder fünf Jahren, wenn bis dahin die Energiewende schon weiter fortgeschritten ist? Da liegt der Schluss nahe, dass Deutschland auch ohne diesen fossilen Brennstoff leben kann und die Bürger in ihren Dörfern bleiben könnten. Versorger RWE sieht das naturgemäß anders und vor allem auch die Beschäftigten. Sie wollen vor allem eine Sicherheit für ihre Arbeitsplätze. Da ist auch nichts dagegen einzuwenden. Doch hätte der Konzern nicht schon viel früher ein Umschwenken einleiten können, um bei den erneuerbaren Energien Akzente zu setzen? Eine solche Strategie hätte frühzeitig einen Strukturwandel innerhalb des eigenen Unternehmens  einleiten und als Trendsetter für andere Konzerne dienen können. Doch der aktuelle Stand sieht ganz anders aus. Die großen Stromversorger bauen Stellen ab. Ob sie wirklich ihrem Namen, Versorger zu sein und Vorsorge zu treffen, gerecht geworden sind, kann durchaus angezweifelt werden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.